Woher weiß ich, dass es wahre Liebe ist?

Das erste Date lief gut, das zweite noch besser und mittlerweile sind wahrscheinlich viele Wochen oder sogar Monate vergangen, in denen Sie und Ihr Partner sich intensiv kennengelernt haben. Sie haben so einiges miteinander erlebt und auch die ein oder andere Meinungsverschiedenheit durfte schon zu Tage treten. Neben allen Eigenschaften, die Sie an Ihrem Gegenüber schätzen, haben Sie auch ein paar wahrgenommen, die das Potential haben, Sie auf Knopfdruck zur Weißglut zu bringen? Willkommen in der Partnerschaft! Hören Sie sich das Kauen Ihres Gegenübers sehr genau an, es könnte der Soundtrack ihres restlichen Lebens werden. 

Woher sollen Sie aber nun wissen, ob es für immer ist? Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es dafür natürlich nie aber ein paar Indikatoren können Ihnen zumindest Aufschluss darüber geben, ob die erste Verliebtheit zu echter, tiefer Liebe und einer gemeinsamen Zukunft werden kann.

Sie begegnen sich auf Augenhöhe 

Während am Anfang eines Kennenlernens meist grundlegende Höflichkeit regiert, zeigt sich nach einiger Zeit recht schnell, ob diese echter Wertschätzung oder doch eher einer gewissen Herabgelassenheit weicht. Oft beobachten wir zwischenmenschliche Interaktion oder ganze Beziehungen im Ungleichgewicht – ein dominanter beherrscht einen devoten Partner, oder in einer Beziehung regiert der soziale Status bzw. das Ansehen eines Partners und untergräbt die Anerkennung des anderen. Eine aufrichtige Beziehung beruht auf gegenseitiger Wertschätzung und Respekt für die Persönlichkeit des anderen, unabhängig von Rang und Namen. 

Sie zeigen echtes Interesse füreinander

Der Mensch als Individuum ist eher auf sich selbst fokussiert und darauf, dass es ihm gut geht. Wenn wir verliebt sind, dann ist dies mit dem Belohnungszentrum in unserem Gehirn assoziiert, denn wir mögen die Aufmerksamkeit, die uns der Partner entgegenbringt, die Aufregung und die Gefühle, die er in uns auslöst. Liebe hingegen ist mit Empathie und Fürsorge verknüpft, sie konzentriert sich also mehr auf den anderen, das haben neuropsychologische Studien gezeigt.   

Wenn Sie lieben, dann gehen Sie auf den Partner ein und Ihr Fokus verlagert sich weg von der reinen Selbstzentriertheit. Aufrichtiges Interesse bedeutet allerdings nicht Selbstaufgabe. Wenn Sie das Gefühl haben, dass Sie sich selbst sehr zurückstellen müssen, um dem Partner überdurchschnittlich viel Aufmerksamkeit und Wertschätzung zu teil werden zu lassen, dann ist Ihre Beziehung eher im Ungleichgewicht. 

Gemeinsames Interesse

Sie können Sie selbst sein 

Sicher haben Sie schon erlebt, wie es sich anfühlt, eine Rolle spielen zu müssen, um anerkannt, akzeptiert oder geliebt zu werden. Auch in Beziehungen lassen sich Schauspiele beobachten, bei denen einer der Partner sich anpasst, um die Beziehung im Gleichgewicht zu halten – ein anstrengendes Leben, das Energie raubt. 

In einer Beziehung, die auf aufrichtiger Liebe basiert, begegnen sich zwei authentische Menschen mit Toleranz und ganz ohne Versteckspiel. 

Der Grundpfeiler für Authentizität ist dabei Selbsterkenntnis. Wenn wir uns darauf einlassen können, uns selbst besser verstehen zu lernen, dann führt dies zu mehr Selbstvertrauen und dem Bewusstsein, was wir für uns selbst brauchen. Dazu gehört auch, Grenzen setzen zu können und zu sich selbst und seinen Werten zu stehen. Ein „Nein“ bei verletzten Grenzen wird in einer gesunden Beziehung akzeptiert und respektiert.

Sie haben Vertrauen ineinander

Sie kennen sicher das ungute Bauchgefühl, wenn in der Beziehung etwas nicht stimmt, und den rastlosen Drang, Klarheit schaffen zu wollen, wo Unklarheit oder Misstrauen herrscht. Wenn Sie von Zweifeln geplagt sind und sich der Liebe des anderen nicht sicher sind, dann kann das entweder berechtigt sein oder an mangelndem Selbstvertrauen liegen. Wo wahre Liebe im Spiel ist, herrschen keine Ängste vor und es gibt kein Kontrollieren. Sie spüren, dass Sie eine solide und ehrliche Vertrauensbasis geschaffen haben und reagieren in zweideutigen Situationen mit Gelassenheit. 

Sie haben Spaß miteinander 

Erinnern Sie sich an Ihr erstes Date, als Ihr Lachen noch etwas nervös war und sich wie mit angezogener Handbremse angefühlt hat? Je wohler wir uns in der Gegenwart von anderen fühlen, desto mehr erlauben wir uns, loszulassen, Neues zu entdecken und auszuprobieren. Schallendes Gelächter ist ein wunderbares Zeichen aber auch das kleine, verstehende Grinsen oder ein neckendes Zwinkern zeugen von einem gesunden, humorvollen Miteinander, bei dem der andere auch mal aufs Korn genommen werden darf. 

Dieser Zustand entsteht vor allem dann, wenn Sie schon einiges zusammen erlebt haben, was durch kleine Insider-Witze und sonstige Gesten wieder zu Tage tritt. Gemeinsame Erfahrungen und abenteuerliche Erlebnisse, bei denen man den anderen auch mal in Ausnahmesituationen erlebt, bringen also nicht nur Gesprächsstoff, sondern festigen auch das Mit- und Füreinander.  

Sie lieben ohne Bedingungen

Das Gegenteil von bedingungsloser Liebe ist bedürftige oder bedingte Liebe, das heißt, Sie erleben einen Mangel, den Sie kompensiert sehen wollen. Ihr Glück hängt davon ab, ob Ihr Partner mit Ihnen Dinge unternimmt, Ihnen Aufmerksamkeit und Zuneigung zeigt, Sie bei etwas unterstützt, oder, oder, oder. Wenn Sie sich dabei ertappen, Bedingungen an Ihren Partner und an die Liebe zu stellen, dann hängen Sie wahrscheinlich an alten Beziehungsmustern fest.  

Wahre Liebe basiert nicht auf Erwartungen, Ansprüchen oder dem Suchen nach Aufmerksamkeit und Bestätigung. Wenn Sie lieben, dann sehen Sie sich für Ihr Glück selbst verantwortlich und Ihr Partner ist das wunderbare i-Tüpfelchen Ihres Lebens – ohne emotionale Abhängigkeit von ihm.

Sie sehen Partnerschaft als gemeinsame Reise

Liebe bedeutet auch, an einem Strang zu ziehen und sich klar zu machen, dass Sie beide trotz Ihrer Partnerschaft auch individuelle Persönlichkeiten sind, die sich weiterentwickeln und verändern. Eine starke Beziehung hält Veränderungen aus, weil die grundlegende Basis stimmt und beide Partner gewillt sind, nach Lösungen und Kompromissen zu suchen sowie auch Fehler verzeihen können. Dies erfordert kontinuierliche Reflexion, Arbeit an sich selbst, an der Beziehung und eine bewusste Entscheidung für ein loyales Miteinander. 

Wenn Sie trotz vieler Herausforderungen in Ihrer Beziehung positive Assoziationen beim Gedanken an Ihren Partner haben und Ihnen Ihre Partnerschaft Kraft und Energie schenkt, statt Sie leer zu saugen, dann haben Sie eine gute Basis. Wenn Sie darüber hinaus noch gewillt sind, Kompromisse einzugehen, um sich gegenseitig zu unterstützen und gemeinsam zu wachsen, dann haben Sie gute Chancen auf aufrichtige Liebe und ein langfristiges Beisammensein. 

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